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Das geheime Kabinett des Professor Beneš

Das Museum ist vorübergehend geschlossen

Liebe Freunde der schönen Künste,

wir haben für Sie die einmalige Ausstellung „Das Geheime Kabinett des Prof. Beneš“ vorbereitet. Eine Vernissage am 1.10.2020 sollte die Ausstellung feierlich eröffnen. Mehr dazu erfahren Sie in der Pressemitteilung.

Wie Sie wissen, begrüßt unser Museum Montanelli jede lebhafte Diskussion über die laufenden Projekte, organisiert und veranstaltet kommentierte Führungen und Treffen mit Freunden aus dem In- und Ausland und aus vielen befreundeten Institutionen. Auch Schulen aller Art besuchen unser Museum regelmäßig mit ihren Lehrern und Kunstlehrern.

Nach langen Überlegungen haben wir jedoch beschossen, das Museum erst nach dem Ende der Pandemie wieder zu eröffnen. Die schmalen Räume und die Nischen des Museums erlauben es uns nicht, ausreichend große Abstände zwischen den Besuchern zu gewährleisten. Wir möchten ihre Gesundheit schützen und wollen kein Risiko einer Ansteckung eingehen.

Umso mehr freuen wir uns, wenn wir die Nähe zu unseren Besuchern wieder werden herstellen können und gemeinsam und sorgenfrei die Sammlung von Prof. Beneš sowie die Kunstwerke aus der Sammlung des Museums Montanelli betrachten können. Wir freuen uns ebenfalls auf die Vorträge von Prof. Beneš höchstpersönlich und von seinem Kollegen, Doktor Häckel, der die Texte zu den einzelnen Objekten geschrieben hat. Diese Zeit werden wir für die Vorbereitung des Katalogs, für die Dokumentation der Ausstellung und für die virtuelle Darstellung nutzen.

Wir werden Sie auf Facebook auf dem Laufendem halten und in Artikeln über die einzelnen Details der Ausstellung informieren, um ihr Interesse an der Exposition anzuregen. Vielleicht erfahren Sie etwas aus dem Leben der Mai-, Lauf- oder Prachtkäfer oder über die mystische Kraft der ausgestellten Drogen und Mineralien. Von Zeit zu Zeit lassen wir Sie auch einen Blick in die geheime Höhle der Einzeller in der Tiefe des Museums werfen…

Wie freuen uns, Sie später persönlich im Museum begrüßen zu können,

Ihre Dadja Altenburg-Kohl und Museum Montanelli

Das geheime Kabinett des Professor Beneš

 

„Denn der Mensch ist nicht das Beste im Kosmos.“
Aristoteles, Nikomachische Ethik, 1141a

 

Die Ausstellung hat die Ambition, Staunen über die unscharfen Grenzen zwischen scheinbar inkompatiblen Objekten hervorzurufen, die im Endeffekt gemeinsam ein einziges Sinnganzes bilden. Die ausgestellten Kunstwerke und Sammlerstücke sollen dem Betrachter als Inspiration auf dem Weg zum Erkennen tieferer Zusammenhänge und Verbindungen zwischen Natur, Kunst, Mikro- und Makrokosmos beziehungsweise zu einem inneren Erkundungsflug und einer individuellen Interpretation dienen und so jedem sein eigenes Theatrum Mundi anbieten.

Die unendliche Variabilität der Natur, ihre Schönheit und Ordnung, aber zugleich auch ihr elementares destruktives Potential und ihre ungebändigte expandierende Vitalität werden von vielen als das Werk Gottes wahrgenommen, das die Menschheit schon immer fasziniert hat. Sie war und ist fortwährend eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration (nicht nur) für Künstler, die sich bemüht haben, flüchtige Augenblicke ihrer Verwandlungen einzufangen, und die sich zur Bezauberung durch ihre Pracht bekennen. Einer von ihnen, der Neurochirurg Prof. Dr. Vladimír Beneš, hat nun seine entomologische Sammlung, die mit anderen Kunstwerken, Videos und Dokumentationen aus der Sammlung des Museums Montanelli, im Dialog sein sollte, als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Am Eingang des Museums, in dessen unterem Teil, finden wir rein imaginative, zarte und naturverbundene „innere“ Arbeiten von Anna Zemánková und Roman Franta in einem separaten Kabinett. Von einem Nebenpodest schauen wir dann in eine grüne dunkle Höhle auf ein Video des multimedialen Künstlers Jakub Nepraš, links auf eine zarte Konzeptarbeit der Japanerin Keiko Koitabashi und auf ein Bild von Daniel Pešta und seine Videoarts „Vom Nirgendwo nach Nirgendwo“. Weiter eine Arbeit von Pavlína Skavová und Jan Švankmajer neben dem Werk von Cornelie Renz und Margot Margot. Im obersten Teil des Museums, dort, wo man den eigentlichen Bereich mit der Sammlung von Prof. Beneš betritt, sehen wir die Konzeptkünstlerin Anke Röhrscheid und ihre Arbeit „Blut“, Luboš Plný mit der Arbeit „My nose is bleeding“ und schließlich auch eine kleine Sammlung von skurrilen Kunstgegenständen. Alle Artefakte stammen aus der Sammlung des Museums Montanelli. Diese kuriöse Komposition wird noch um ein 7-minütiges Video einer Gehirnoperation (mit freundlicher Erlaubnis des Neurochirurgen Prof. Beneš und seiner Patienten) bereichert. In den Haupträumen ist die fast komplette, von ihm im Laufe seines Lebens zusammengetragene entomologische Sammlung zu sehen.

Im unteren Teil des Museums finden wir eine weitere Sammlung, ein Herbarium von Drogen, Pflanzen und anderen Substanzen und Wirkstoffen, einschließlich eines Mikroskops mit Kamera und der Dokumentation zum „Wunderkabinett“. Im kleinen Kino des Museums kann man sich einen Dokumentarfilm von Pavel Štingl über die Tätigkeit der neurochirurgischen Abteilung von Prof. Beneš im Militärkrankenhaus in Prag anschauen.

Sinn der Ausstellung ist es zudem, den Zuschauer dazu zu ermuntern bzw. einzuladen, sich unsere gemeinsame menschliche Sehnsucht nach einem Verschmelzen nicht nur mit der Natur selbst, sondern auch mit allem, was über uns hinausgeht, vielleicht mit dem Kosmos, der den Menschen gesetzmäßig übersteigt, bewusst zu machen. Wir sind mit dem Kosmos verbunden, wir sind ein Teil von ihm, unsere Gene sind nur unbedeutende Partikel einer höheren Ordnung. Die multimedialen Objekte, Kunstwerke und obskuren Artefakte schaffen ein Mysterium von Impressionen und Projektionen in dem höchstentwickelten Organ unseres Körpers- im Gehirn.

Die Ausstellung wurde zu Ehren von Professor Vladimír Beneš konzipiert.

 

Weitere Künstler:
Özlem Akin, Roman Franta, Xénia Hoffmeisterová, Keiko Koitabashi, Margot Margot, Jakub Nepraš, Daniel Pešta, Luboš Plný, Cornelia Renz, Anke Röhrscheid, Paulina Skavová, Jan Švankmajer, Anna Zemánková

Kuratorin der Ausstellung, Text: Dadja Altenburg Kohl

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