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Legenda in MeMoriam

Belle Shafir & Cornelia Renz

MuMo Praha 24/10/2019 – 23/2/2020

Die Ausstellung Legenda in MeMoriam zeigt persönliche Erinnerungen und ihre Reflexion durch die Kunst von Belle Shafir (Israel) und Cornelie Renz (Deutschland). Beide Künstlerinnen wurden in die deutsche Kultur und ihre historischen Zusammenhänge hineingeboren.

Der Einfluss der neueren deutschen Geschichte auf die Persönlichkeit der Künstlerinnen und die Art, wie sich ihre Erinnerungen an die weitergegebenen traumatischen Erlebnisse der vorherigen Generation in ihrer aktuellen Kunst widerspiegeln, ist ein Prozess, der die künstlerische Richtung der beiden Frauen steuert. Das Projekt untersucht nicht nur die Grundelemente im Umgang mit Erinnerungen und ihrer Verarbeitung, sondern den gesamten Prozess von Trauma, Reflexion und Gesundung, und bringt diese näher.

Noch leben wir in einer Zeit, in der die Generation unserer Kinder nicht von Kriegen belastet ist, insbesondere hier in Europa. Möge diese Generation die Chance ergreifen, gemeinsam mit uns, den Zeugen der Traumata unserer Eltern und Großeltern, die Erfahrungen – weitergegebene Erfahrungen – vergangener Generationen zu verbreiten und so in Zukunft Depressionen und Neurosen vorzubeugen, die aus vergangenen Verbrechen entspringen. Oft vermeiden nämlich die Angehörigen der ersten Generation klare Worte über die Vergangenheit und insbesondere darüber, was sie erlebt haben. Nichtsdestotrotz sind diese Familiengeheimnisse, obwohl sie nicht direkt ausgesprochen wurden, in der Familie allgegenwärtig. Das führte einige Angehörige der zweiten Generation dazu, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, und zwar nicht nur im Rahmen der Gestaltung des eigenen Lebens. 

Es ist daher nicht vergeblich, jede Gelegenheit zu ergreifen, um das Wissen um diese psychosozialen Probleme und Belastungssituationen zu verbreiten, von denen sicherlich jede Generation eine ganze Reihe hat. Die Tragödien des vergangenen Jahrhunderts bleiben auch weiterhin unüberwunden. Die Schrecken, die geschehen sind, und insbesondere ihre Folgen müssen wir unseren Nachfahren als Warnsignal näherbringen. Die Kunst ist nämlich einer der Wege, die bei der Aufdeckung und Heilung helfen, sie kann Freude und Gelegenheiten zu Treffen und Annäherung bringen.

Beide Künstlerinnen wurden in Deutschland geboren. Belle Shafir emigrierte nach der Schule nach Deutschland, Cornelia Renz lebt und arbeitet in den letzten Jahren in Berlin und Jerusalem. Beide sind von Erinnerungen, Legenden und Märchen fasziniert, die sie in ihrer Kindheit gehört haben oder die leise in ihrer Familie oder deren Umfeld tradiert wurden. Geschichten aus den längst vergangenen Zeiten des Mittelalters, aber auch aus neueren Zeiten, einschließlich des Holocausts. Die Ausstellung umfasst Videoaufnahmen, großformatige Gemälde, Collagen, kleine Plastiken sowie Installationen, die direkt für den Veranstaltungsort geschaffen wurden.

Kuratoren der Ausstellung: Dadja Altenburg Kohl, Hagai Segev

Belle Shafir, Künstlerin

Die multidisziplinäre Künstlerin Belle Shafir wurde in Deutschland geboren und lebt seit 1972 in Israel. Sie widmet sich schon seit mehr als zwanzig Jahren aktiv der Kunst in Israel und im Ausland. In den letzten Jahren arbeitet Belle Shafir mit der Fotosammlung ihrer Familie. Sie gräbt die Bilder aus den Tiefen der Vergessenheit aus und konfrontiert sie auf Pergamentblättern miteinander – in der Hoffnung, dass sie die Ereignisse ihres Lebens noch einmal erzählen und es ihr gelingt, die unterbrochene Geschichte ihrer Familie in der Ära nach dem Holocaust zu bewältigen.

Cornelia Renz, Künstlerin

Cornelia Renz lebt und arbeitet in Berlin und Jerusalem. In ihrer Kunst geht sie von den Traditionen der figürlichen Malerei aus. Sie verwendet Bilder bereits existierender Motive aus allen Bereichen der bildenden Künste. Sie borgt sie aus Heiligenlegenden in Kirchen in ihrer bayerischen Heimat und aus Fotografien in Familienalben aus. In ihren Bildern sind gleichzeitig Gewalt, Sexualität und das Groteske zu sehen, die Allgegenwärtigkeit des künstlerischen Spiels.

Hagai Segev, Kurator

Hagai Segev ist ein unabhängiger Kunstkurator und Kunstkritiker, der in der Tschechischen Republik und in Israel tätig ist. Er ist der geistige Vater einer Reihe von Projekten mit künstlerisch-historischer Thematik, die er ebenfalls selbst realisiert hat. Als Kunsthistoriker mit Erfahrungen im Bereich der Archäologie, Architektur und modernen Kunst arbeitet Hagai Segev als externer Kurator mit mehreren israelischen Museen und Galerien zusammen: den Museen The Israel Museum und The Bible Lands Museum in Jerusalem, dem Petach Tikva Museum of Art, dem Eretz Israel Museum, dem Ein Harod Art Museum, dem ICC in Krakau u. v. a. m.

Dadja Altenburg Kohl, professionelle Laufbahn in der Kunst

Prof. Dadja Altenburg Kohl ist Ärztin. Neben der Ausübung ihres Berufs bildete sie sich auch im Bereich der bildenden Künste weiter. Vor 30 Jahren begründete sie zunächst mehrere Kunstsammlungen für verschiedene Gesellschaften in Deutschland. Einige Jahre lang war sie in Zusammenarbeit mit der Saarländischen Landesregierung im Vorstand des Europäischen Kulturforums in Berlin tätig. Als Kuratorin organisierte sie aktiv Projekte zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland.

In der Nerudova-Straße in Prag gründete sie 2002 zunächst die gemeinnützige Galerie Montanelli und eröffnete schließlich 2009 unter der Schirmherrschaft von Václav Havel das Museum Montanelli. Dieses Prager Museum ging in das breitere kulturelle Unterbewusstsein in der Tschechischen Republik ein und wurde als renommiertestes Privatmuseum in Prag bezeichnet. Seither realisierte sie Dutzende von Ausstellungen im In- und Ausland und arbeitet mit verschiedenen renommierten Institutionen in der Tschechischen Republik und der ganzen Welt zusammen.

Partner

Velvyslanectví Spolkové republiky Německo v ČR
Českoněmecký fond budoucnosti
Velvyslanectví Státu Izrael

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