Japanische Art brut

MuMo Praha 1/10/2013 – 17/1/2014

Das inzwischen dritte Gemeinschaftsprojekt vom Museum Montanelli und der Bürgerbewegung ABCD, das sich mit spontanem künstlerischem Schaffen beschäftigt, konzentriert sich auf zeitgenössische japanische Art Brut. Die Werke der Künstler, die in der MuMo-Ausstellung vertreten sein werden, wurden in den letzten Jahren mit großem Erfolg in der Collection de l’art brut in Lausanne (Schweiz) und anschließend im Pariser Museum Halle Saint Pierre ausgestellt.

Unsere Ausstellung in Prag stellt das Schaffen von ca. 30 außergewöhnlich talentierten Künstlern vor, die oft im Rahmen spezieller Ateliers für psychisch gestörte oder geistig behinderte Künstler arbeiten. Die repräsentative Auswahl von ca. 100 Zeichnungen, Malereien, Plastiken und Textilarbeiten weist die einzigartige Ästhetik auf, die für die japanische Kultur so charakteristisch ist. Das Zeichensystem, der graphische und farbliche Minimalismus, ein Gespür für Details, aber auch Spuren der aktuellen Pop-Kultur spiegeln sich darin wieder. Diese traditionellen Modelle transformiert jeder der Künstler in seine einzigartige, persönliche künstlerische Sprache und schafft so intime Aufzeichnungen der eigenen geistigen Wirbelstürme.

Das Ziel der Ausstellung ist nicht nur, dem tschechischen Publikum und ausländischen Besuchern einen Einblick in die faszinierende, für uns immer noch exotische künstlerische Ausdrucksweise zu ermöglichen, sondern auch die Frage zu umreißen, wo heutzutage die Grenze zwischen der aktuellen bildenden Kunst und Art Brut verläuft und ob diese Abgrenzung überhaupt noch aktuell ist.

Jean Dubuffet definierte Art Brut als „künstlerische Produkte aller Art – Zeichnungen, Gemälde, Stickereien, modellierte oder gemeißelte Plastiken usw. –, die eine Spontaneität und eine große künstlerische Vorstellungskraft aufweisen und die sich möglichst wenig der heute üblichen Kunst und Kunstvorlagen unterordnen. Art-Brut-Künstler sind unbekannte Personen, völlig von der Welt professioneller Künstler abgeschnitten. (…) Wir werden Zeugen einer völlig reinen, rohen künstlerischen Tätigkeit, die in ihrem Ganzen oder in ihren einzelnen Phasen ausschließlich vom Autor und seinen eigenen Beweggründen ausgeht.“

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Folgende Künstler sind auf der Ausstellung vertreten:
Takanori Herai
Yumiko Kawai
Satoshi Morita
Masao Obata
Chiyuki Sakagami
Shinichi Sawada
Takashi Shuji
Yoshimitsu Tomizuka

Kuratorin:
Terezie Zemánková, Ivana Brádková

Vorbereitung der Ausstellung:
abcd Paris & abcd Prag in Zusammenarbeit mit der Collection de l’Art Brut, Lausanne


Architektur:

Ivana Brádková

Leihgeber der Ausstellungsstücke:
Collection de l’Art Brut, Lausanne
abcd collection, Paris
Yutaka Nakano
MEM Gallery, Tokio

Unterstützung der Ausstellung:
Hauptstadt Prag
Kulturministerium der Tschechischen Republik
Tschechischer Staatlicher Kulturfond
Metrostav, a. s.

Wir danken für die Hilfe und Zusammenarbeit:
Katsuya Ishida, MEM Gallery, Tokio
Réna Kano, Kuratorin, Paris
Ladi Kolsky, Stable Studios, Prag
Václav Kučera, Vorsitzender der Tschechisch-Japanischen Gesellschaft
Sarah Lombardi, Direktorin der Collection de l’Art Brut, Lausanne
Martine Lusardy, Direktorin der Halle Saint-Pierre, Paris
Pascale Marini-Jeanneret, Kuratorin der Collection de l’Art Brut, Lausanne
Vincent Monod, Collection de l’Art Brut, Lausanne
Yutaka Nakano


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  • Zwischen Askese und Extase

    Pavel Roučka


     – 

    Die Ausstellung des Malers Pavel Roučka im Museum Montanelli mit dem Titel „Zwischen Askese und Extase“ stellt das eine stabilisiertes, jedoch immer noch experimentelles Schaffen eines reifen Künstlers vor.

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