I was born in your bed

Venedig, Italien 29/5/2013 – 30/9/2013

Unter diesem Titel präsentiert der tschechische Künstler Daniel Pešta im italienischen Venedig. Die 55. Biennale Venedig (La Biennale di Venezia) ist der Anlass, Peštas Projekt wird unter der Schirmherrschaft der Stadt Venedig (Città di Venezia – Assessorato alle Attività culturali) und dem Oberbürgermeister der tschechischen Hauptstadt Prag sein.

In den Räumen des Sala del Camino im ehemaligen Kloster der Hl. Cosmas und Damian werden zwei Video-Arts mit dem Titel I WAS BORN IN YOUR BED und ein Zyklus von Porträtgemälden der Roma-Kinder, die in der Video-Art auftreten, mit dem Titel I AM A GYPSY, AND YOU? gezeigt.

Das Hauptthema des ganzen Projekts ist das aktuelle gesellschaftliche Phänomen der Roma-Thematik und die individuelle Einstellung der Menschen in unserer Gesellschaft zu dieser Problematik. Insbesondere die ambivalente Beziehung des Individuums zur Minderheit der Roma, die oft mit vielen Vorurteilen verknüpft ist. Das ist der Gegenstand von Peštas künstlerischer Aussage.

Bei der Genese des Kunstwerks konzentriert sich der Künstler auf die jüngste Roma-Generation. Gerade in dieser Generation sieht er den Schlüssel zur künftigen Integration der Roma in die Mehrheitsgesellschaft. Aus diesem Grund hat Daniel Pešta bei seiner Arbeit versucht, nicht nur die Einblicke und Gefühle,aber auch und das Umfeld von Roma-Kindern und die Wahrnehmung ihrer Chancen im Leben zu nehmen um diese in seiner Kunst umzusetzen.

„Wenn wir über das Leben der Roma nachdenken, tun wir das häufig, als wäre es etwas außerhalb unserer Existenz. Stellen wir uns aber die hypothetische Situation eines umgekehrten Schicksals vor, also dass wir selbst als Rom geboren werden… Vielleicht würden wir ungeahnte Verhaltensmuster in uns finden und uns anders, oder wie man heute so schön vereinfacht sagt: „problematisch“, verhalten. Vielleicht aus Selbsterhaltungstrieb, vielleicht aus Angst, vielleicht aus Resignation. Aber keiner dieser Faktoren ist mit dem Wort „Hoffnung“ kompatibel“, sagt Daniel Pešta.

Die Video-Art besteht aus zwei sechs Meter großen Projektionen. Das Konzept basiert auf dem Prinzip eines Klassenfotos. Zwei Schulklassen haben sich so aufgestellt, wie wir es von den eigenen Klassenfotos kennen. In den Händen halten sie schwarze und weiße Stoffbeutel, so wie die, in denen man Wechselschuhe in die Schule bringt. Die Kinder teilen sich in Gruppen auf. Sie bewegen sich so wenig wie möglich. Nach einer Weile ertönt die Stimme eines Erwachsenen, der die Namen der einzelnen Schüler nacheinander laut ausspricht. Die Kinder stülpen sich den Stoffbeutel, den sie in der Hand halten, über den Kopf, wenn ihr Name aufgerufen wird. Es ist auffällig, wie freiwillig die Roma-Kinder den Anweisungen folgen. So reagiert ein Kind nach dem anderen, bis alle Köpfe verhüllt sind. Die Verwandlung der Individuen und des Kollektivs ist vollendet.

KÜNSTLER
Der tschechische Multimedia-Künstler Daniel Pešta (*1959) ist in mehreren europäischen Museen und Sammlungen vertreten. Dieses Jahr hat er sich im deutschen Bundestag im Rahmen der Ausstellung Kunst in der Katastrophe vorgestellt.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit und mit freundlicher Unterstützung von Milan Horvát und der Roma-Vereinigung in Lysá nad Labem geschaffen.

SCHIRMHERRSCHAFT
Stadt Venedig
Oberbürgermeister der Stadt Prag, doc. MUDr. Bohuslav Svoboda, CSc.

Produktion: Museum Montanelli, Nerudova 13, 118 00 Prag 1, Tschechische Republik
Kurator: Jürgen Kaumkötter

Die feierliche Eröffnung findet am 29. Mai um 18 Uhr in den Räumen des ehemaligen Klosters der Hl. Cosmas und Damian (S. Cosma e Damiano) im Sala del Camino auf der Insel Giudecca (Venedig) statt. Vaporetto – Haltestelle Palanca.

Sala del Camino

SS. Cosma e Damiano, 621 Giudecca, Venezia
Vaporetto Stop Palanca

 

http://www.saladelcamino.it/

http://danielpesta.com/

Czech TV, Artmix, 5. 6. 2013:
http://www.ceskatelevize.cz/ivysilani/10123096165-artmix/213562229000006

  • Zwischen Askese und Extase

    Pavel Roučka


     – 

    Die Ausstellung des Malers Pavel Roučka im Museum Montanelli mit dem Titel „Zwischen Askese und Extase“ stellt das eine stabilisiertes, jedoch immer noch experimentelles Schaffen eines reifen Künstlers vor.

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